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Petunien #9 - Performance-Serie für Improvisationn (gegründet von: Sandra Wieser & Meltem Nil)
Fest im SprengelHaus
Rassismus, NSU und die Stille im Land
Erzählcafé Wedding- Zu Gast der Kiezläufer Mahmut Hatun und der Filmstudent Johannes Kaczmarczyk
30 Jahre NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße
Die Zukunft der europäischen Stadt - das Beispiel Berlin
Händlerfrühstück Müllerstraße
Lange Tafel Leopoldplatz
NAH DRAN XXXII - Stücke junger Tänzer & Choreografen
Wohnen in Eigenregie
Wie funktioniert eine Baugruppe? Kann ein Strohballenbau vor Wind und Wetter schützen? Und was bitte ist eine Stapel-Villa?
Wer Gleichgesinnte für ein Hausprojekt sucht oder sich für gemeinschaftliches und ökologisches Wohnen interessiert – die ExperimentDays boten am zweiten Oktoberwochenende einen beeindruckenden Überblick über alternative Wohn- und Lebensformen. 57 Wohnprojekte, 63 Baugemeinschaften und 24 Genossenschaften sowie über 100 Projekte und Initiativen präsentierten vielfältige Modelle, Anregungen und Beratungen, von der gemeinsamen Entwicklung über die verschiedensten Baumöglichkeiten bis zur Finanzierung durch Banken und Stiftungen.
Wohn-, Stadtteil- und Kreativ-Kultur hatten sich die ExperimentDays 08 auf die Fahnen geschrieben. Auf 3000 Quadratmetern bot die etwas andere Messe praktikable und zukunftsweisende Alternativen zum Entweder-Oder zwischen städtischer Mietwohnung und dem eigenen Haus am Stadtrand.
Den Wohnraum selbst bestimmen, gestalten und verwalten, leben im Mehrgenerationen-Verbund oder in Alten-WGs, wohnen im energieeffizienten Passiv-Haus oder bauen mit Naturstoffen – das waren nur einige der Angebote, die in Workshops, Vorträgen oder im direkten Erfahrungsaustausch an den Ständen vermittelt wurden. Denn vor allem verstehen sich die ExperimentDays als Kontaktbörse für Projektentwickler und Suchende.
Für die Organisatoren von id22, dem Institut für kreative Nachhaltigkeit, waren die sechsten ExperimentDays ein voller Erfolg. „Früher hatten wir etwa 40 Aussteller, nur halb so viel Ausstellungsfläche, und das Publikum bestand überwiegend aus Fachleuten. Jetzt waren die Interessenten sehr gemischt und es gab viele Menschen, die einfach gerne gemeinschaftlich wohnen möchten“, sagt Lena Kurt. Die angehende Stadtplanerin hat die Messe gemeinsam mit Michael LaFond für id22 organisiert. „Unser Ziel ist eine nachhaltige Stadtentwicklung in Verbindung mit den Akteuren und Initiativen vor Ort“, so Lena Kurt, „und weil der Wedding den Schwerpunkt gebildet hat, war es besonders schön, dass sich auch viele hiesige Wohnprojekte, Kunst- und Kulturinitiativen vorgestellt haben.“
Darunter waren das Kunst- und Kleingewerbezentrum ExRotaprint, die kreativen Jungunternehmer von Christiania, die Kolonie Wedding oder eben die UferHallen, die neben Ausstellungen und Veranstaltungen wie den ExperimentDays Ateliers und Wohnmöglichkeiten für Studenten, Künstler oder Dozenten bieten.
In der „Wedding Lounge“ konnte man im Magazin „Der Wedding“ schnuppern, den „Brauseboys“ bei einer Lesung lauschen oder eine Ausstellung mit Fotografien aus dem Afrikanischen Viertel besichtigen. Ausgestattet hatte sie der Verein „mastul“ mit seinem Markenzeichen: dem mobilen, gemütlichen Wohnzimmer im Retrolook.
Neben speziellen Wedding-Exkursionen standen auch Hausprojekte wie die Schererstraße 8, die neue Mitstreiter sucht, oder das Selbsthilfeprojekt Zorrow, das in diesem Herbst seinen 25. Geburtstag feierte, für Fragen und Informationen zur Verfügung. Ebenso wie das Hausprojekt Oudenarder Straße 32, das vor sieben Jahren von der Wohngenossenschaft Habitat begründet wurde. Heute leben dort 17 Parteien ganz verschiedener Generationen in lebendigem Miteinander, mit selbst gestaltetem Garten und Kinderspielplatz. Feste und ein hauseigenes Kreativangebot gibt es auch. „Das kleine Atelier“ der Malerin Karin Fröhlich präsentierte ein witziges Hexenhaus, das Kinder aus dem Haus und aus der Nachbarschaft für die ExperimentDays gebaut hatten.
Solche gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Projekte steigern nicht nur die eigene Wohnqualität, sondern haben auch für den Kiez eine stabilisierende Funktion. Denn mit engagierten Stadtbewohnern, anspruchsvoller Architektur und gutem Städtebau können nicht nur verstreut über die Stadt Lücken gefüllt, sondern Quartiere zu neuem Leben erweckt werden.
Ansprechpartner:
Dr. Michael LaFond & Lena Kurt
id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit
Marienburger Str. 40, 10405 Berlin
Tel: 030 47 37 23 08, E-Mail: info[at]experimentcity[.]net
www.wohnportal-berlin.de/start/experimentdays-08/











