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Zentrum der Afrikanischen Community

Afrika
Aktiv für Afrika: Taye Teferra, Geschäftsführer des „Oromo Horn von Afrika Zentrums“ und Assibi Wartenberg , Gründerin des „Deutsch-Togoischen-Freundeskreises“

„Ich habe über 20 Jahre mit meinem Mann und meiner Tochter in Charlottenburg gelebt“, erzählt Assibi Wartenberg. “Dort hatte ich immer das Gefühl ‚aufzufallen’. Der Wedding ist meine neue Wahlheimat, weil hier das Zentrum der afrikanischen Community ist. Hier leben Freunde, es gibt Vereine und Läden – da erreiche ich mehr.“

Ziele und Aufgaben hat die sympathische Togoerin jede Menge. 1997 gründete sie den „Deutsch-Togoischen-Freundeskreis e.V.“, mit dem sie eine Gesundheitsstation im Norden Togos aufbaut. Der Verein sammelt Spenden, veranstaltet Benefizkonzerte, nimmt am Karneval der Kulturen teil und Ende März eröffnet das Vereinslokal: ein internationaler Treffpunkt im „Glaskasten“ (Prinzenallee 33) mit dem schönen Namen „Relais de Savanne“ und afrikanischen Spezialitäten.

„Wir Afrikaner müssen selbst etwas für uns und für die Menschen in unserer Heimat tun“, so die ebenso herzliche wie energische Krankenschwester. Assibi Wartenberg geht mit gutem Beispiel voran: Neben der eigenen Vereinsarbeit engagiert sie sich im „Afrikanisch-Deutschen Klub Wedding“ und organisiert das zweitägige Fest, das im September (voraussichtlich auf dem Nettelbeckplatz) den Auftakt zu „Afrika im Wedding“ bildet.

Eher politisch orientiert ist das „Oromo Horn von Afrika Zentrum“. Die Räume in der Prinzenallee sind bescheiden. Doch neben dem Büro hat man ein kleines Zimmer eingerichtet, wo Frauen mit Kindern im Notfall eine Bleibe finden, und im Besprechungsraum gibt ein junger Türke Deutsch-Nachhilfe. Denn die 1987 für Menschen vom Horn von Afrika gegründete Organisation steht längst auch anderen Bürgern offen.

„Vereine müssen aufgeschlossen sein, mit verschiedenen Nationen zusammenarbeiten und auch Deutsche in die Gremien integrieren“, sagt Taye Teferra. Der gebürtige Oromo/Äthiopier lebt seit 1974 in Deutschland und arbeitet ehrenamtlich als Geschäftsführer des „Oromo Horn von Afrika Zentrums“.

Der Verein berät Flüchtlinge und Zuwanderer, ist im Flüchtlings- und Migrationsrat aktiv und mischt sich in politische Debatten ein. Wenn er auf die „No-go-Areas“ zu sprechen kommt, kann sich der sonst so freundliche und humorvolle Taye Teferra auch schon mal leidenschaftlich ärgern: „Wir arbeiten hier seit dreißig Jahren an einer multikulturellen Vielfalt! Wenn man solche ‚Angstzonen’ ausruft, so was bestärkt nur die Rechten.“

Taye Teferra und sein Assistent Jochim Berger setzen auf Dialog und Vorbeugung: Polizeischüler oder Taxi- und BVG-Fahrer werden in punkto Toleranz und Sensibilität geschult. In Planung sind ein Multiplikatoren-Training, das Berliner Oberschüler zu Vermittlern gegen Rechtsextremismus und Rassismus ausbildet, sowie eine Stiftung für ein afrikanisch-deutsches Dienstleistungs-, Handels- und Kommunikationszentrum.

Kulturelle Vielfalt gehört in der „International Christian Revival Church“ zum Glaubensbekenntnis. Afrikaner aus verschiedenen Ländern, Serben und Deutsche begrüßen uns in der Freikirche in der Maxstraße. Jeder wird hier aufs Herzlichste Willkommen geheißen.

An der Orgel sitzt ein Herr mit schlohweißem Haar. Er begleitet den mitreißenden Gospel-Chor, der außerdem von einem Schlagzeug- und einem Conga-Spieler unterstützt wird und natürlich von der Gemeinde. Die stimmt auch begeistert ein, wenn Pastor Arthur zum Auftakt des sonntäglichen Familiengottesdienstes auffordert: „Einen kräftigen Applaus für Gott!“.

Gewisse Entertainer-Qualitäten kann man Dr. Kingsley Arthur wahrlich nicht absprechen. Mit Inbrunst bringt der Ghanaer, der seit 26 Jahren in Berlin lebt und ursprünglich Wirtschaftswissenschaftler war, nicht nur das Wort Gottes, sondern auch Freude und Heiterkeit in die Gemeinde, die er gemeinsam mit Pastorin Evelyn Werther leitet.

Die Gottesdienste finden in englischer und deutscher Sprache statt, übersetzt wird von wechselnden Gemeindemitgliedern, die auch den Nachmittag sehr aktiv mitgestalten. Nach knapp drei Stunden sind wir tief beeindruckt – und ein wenig erschöpft. Pastor Arthur tupft sich nur kurz den Schweiß von der Stirn, um noch mit einigen Frauen zu besprechen, wie sie sich stärker für ihre Brüder und Schwestern engagieren können. Halleluja!


Deutsch-Togoischer Freundeskreis e.V.
Assibi Wartenberg
Tel.: 31519364
Kontakt@d-tf-berlin.de
www.d-tf-berlin.de

Oromo Horn von Afrika Zentrum
Prinzenallee 81
13357 Berlin
Tel.: 4941036

International Christian Revival Church
Maxstraße 5
13347 Berlin
www.revivalchurch.de

Michaela Nolte