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Zentrum des Jugendrechts

Die Idee zur Gründung eines "Jugendrechtshauses" im Bezirk Berlin-Mitte entstand im Sommer 2004 durch Teilnehmer des Arbeitskreises "Jugendhilfe/Schule/Polizei/Justiz in Mitte", der von der Clearingstelle Jugendhilfe/ Polizei des Sozialpädagogischen Instituts Berlin (SPI) gegründet wurde.
Zur Sicherung der Anschubfinanzierung des Projektes wurde ein Antrag auf Finanzierung bei der zuständigen Koordinierungsstelle des Bundesmodells LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke) gestellt, der im November 2004 genehmigt wurde. Dabei wurde das Zentrum des Jugendrechts Mitte dem Quartiersmanagement (QM) Pankstraße zugeordnet. Die Förderperiode für das Zentrum des Jugendrechts Mitte lief vom 02.01.2005 bis zum 30.06.2005. Perspektivisch soll das Projekt ab Januar 2006 durch ESF-Mittel auf drei Jahre fest finanziert werden.
Das Zentrum des Jugendrechts Mitte ist ein Projekt, das sich der Umsetzung einer Rechtspädagogik auf ganzheitlicher Basis verschrieben hat, bei dem junge Menschen grundlegende Prinzipien des Zusammenlebens (u. a. Werte, Zukunftsplanung) sowie Rechtskenntnisse zur Teilhabe an einem demokratischen Rechtsstaat vermittelt bekommen sollen. Die Kenntnis von Berufsbildern aus dem Bereich Polizei, Jugend, Schule und Justiz erhöht die Akzeptanz des beruflichen Handelns der jeweiligen Akteure. Durch die wirklichkeitsnahe Vermittlung von Rechts- und Demokratiebewusstsein wirkt das Projekt prophylaktisch der Jugenddelinquenz entgegen. Beratung und Unterstützung z. B. bei Wiedergutmachungen ermöglichen in vielen Fällen einen Berufseinstieg ohne Schuldenlast. Die Unterstützung bei der Entwicklung eines werte- und normenrespektierenden Bewusstseins steigert die Berufseinstiegschancen, die Jugendberufsberatung zeigt Perspektiven für die eigene Zukunftsgestaltung auf.
Ziele:
- Wissensvermittlung über das Rechtssystem, Kennenlernen und Akzeptanz desselben.
- Wertevermittlung.
- Eigenverantwortliches Handeln lernen.
- Erlangen sozialer Kompetenz.
- Möglichkeit zur aktiven Einbringung in die Gesellschaft.
- häusliche Gewalt.
- Zusammenarbeit mit Jugendberufsberatung und Jugendhilfe
Die Realisierung dieser Ziele führt zur Schaffung besserer Voraussetzungen für eine berufliche Perspektive.
Verlauf:
Eröffnungsveranstaltung mit der Präsentation der Projektidee; Durchführung von Projekten in Form von "Rechtskundepaketen" (d.i. kostenlose Rechtsberatung, Anti-Gewalt-Training, Seminare zum Thema "Gewalt und Gewaltprävention", Infos über Jugendbewährungshilfe, Rechtskundeunterweisung durch Richterinnen und Staatsanwältinnen, Teilnehmerinnen des Projektes entwickeln eigenen Fall und "spielen" ihn bis zum Urteil durch). Hierbei stand die Durchführung von drei Projektdurchgänge im Rahmen des Projektes im Vordergrun wie auch Einzelberatungen durch Mitarbeiterinnen der Polizei, des ASD, der Jugendgerichtshilfe, des Büros für Diversionsberatung und durch Rechtsanwälte. Den Abschluss bildet eine Ergebnispräsentationsveranstaltung.
Überblick über den Ablauf der Schul-Projektwochen
- (ca. 4 Wochen vor Beginn der Projekttage), Inhalt: Sensibilisierung zum Bereich Normen, Werte und Gewalt, gemeinsame Erarbeitung einer strafbaren Handlung aus dem Erfahrungswissen der Schüler aus Sicht der Polizei ("Rechtsfall") Ort: Schule, Kooperationspartner: Präventionsbeauftragte der Abschnitte in der Dir 3
- Anti-Gewalt-Veranstaltung der Berliner Polizei; Ort: Schule, Kooperationspartner: Präventionsbeauftragte der Abschnitte in der Dir 3
- "Besuch" bei der Polizei: Vermittlung von Kenntnissen über die Aufgaben und die Struktur der Berliner Polizei, Besichtigung ausgewählter Polizeieinrichtungen unter Berücksichtigung des "Rechtsfalles"; Ort: Polizeidirektion 3, Kooperationspartner: die Präventionsbeauftragte sowie der Jugendbeauftragte der Dir 3, Jugendgerichtshilfe
- Vermittlung von Kenntnissen über die Struktur der bundesrepublikanischen Gerichtsbarkeit, Verhandlung des erarbeiteten Rechtsfalles durch teilnehmende Jugendrichter, Jugendstaatsanwälte und Rechtsanwälte sowie durch die Schüler, Ort: Amtsgericht Tiergarten, Kooperationspartner: Jugendrichter am Amtsgericht Tiergarten, Jugendstaatsanwälte, Rechtsanwälte, Jugendgerichtshilfe
- (ca. 2 Wochen später) Vermittlung von Kenntnissen über Rechtsfolgen eines Urteils:Täter-Opfer-Ausgleich und Diversionzivilrechtliche Folgen, Ort: Zentrum des Jugendrechts (Haus der Jugend Mitte) Kooperationspartner: Diversionsmittlerin, Jugendgerichtshilfe, Rechtsanwälte, Jugendberufsberatung
Weitere Informationen:
Zentrum des Jugendrechts Mitte
Hr. U. Horstmeier
Bürgerverein Wedding Aktiv e.V.
Sprechzeiten im "Haus der Jugend" Mitte:
Donnerstags ab 13:00 Uhr
Tel.: 2009- 45454





