Das Himmelbeet eröffnet am neuen Standort

Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet hat die Fläche in der Ruheplatzstraße 12 verlassen und Platz gemacht für das Safe Hub, das Fußball-Bildungszentrum der Amandla gGmbH. Bald sollen sich hier Kinder aus der Nachbarschaft sportlich betätigen können. Gerade hat der Bezirk die Baugenehmigung erteilt. Das Himmelbeet ist unterdessen an seinem neuen Standort in der Gartenstraße/Ecke Grenzstraße angekommen. Am Samstag (18.6.) wird ein kleines Eröffnungfest gefeiert.

Im Himmelbeet können Menschen aus der Nachbarschaft Beete pachten. Soziale Vereine können kostenfrei ein Beet bekommen, zehn Beete sind dafür reserviert. In den Beeten im sogenannten Kiezblock kann darüber hinaus jede:r gemeinschaftlich und ohne Anmeldung mitgärtnern. Das war am alten Standort in der Ruheplatzstraße so, das soll auch am neuen Standort so bleiben. „Wir haben in der Gartenstraße insgesamt etwas weniger Platz, es sind jetzt 1400 Quadratmeter. Am alten Standort waren es 1700 Quadratmeter“, sagt Maria Stieger vom Himmelbeet-Team. Auf der neuen Fläche werden ungefähr 200 Hochbeete Platz finden. Bis zur Eröffnung am 18. Juni sollen die Beete fertig sein. Derzeit werden sie an den Mitmachtagen (Mittwoch und Samstag) von Helfenden zusammengebaut.

himmelbeet gartenstrasse1Der neue Standort des Himmelbeets in der Gartenstraße kurz vor der Eröffnung. Foto: Hensel

Neuanfang mit dem Fokus auf Inklusion

Das Team, das sich als Garten-Kollektiv versteht, ist froh, nach einer Zeit der Unsicherheit und Suche nach einer neuen Fläche nun am neuen Standort anfangen zu können. Er befindet sich auf einer kommunalen Grünfläche neben einem kleinen Spielplatz, der jetzt sozusagen einen Gartennachbar bekommt. Beim Neuanfang des Gartens steht ein Thema besonders im Fokus. „Wir haben jetzt die Chance, komplett neu anzufangen. Wir nutzen den Neustart, um noch inklusiver zu werden“, sagt Maria Stieger. Eine bessere Rampe zur Terrasse und unterfahrbare Hochbeete gehören zum Beispiel im neuen Himmelbeet dazu. Inklusion ist dem Team wichtig. Seit einigen Jahren gibt es beispielsweise die Tuml-Gruppe, ein Projekt von und mit Menschen mit/ohne Behinderung. Die Gruppe hat bereits ein Buch übers Gärtnern in der Stadt herausgegeben – in leichter Sprache. Im Herbst soll das zweite Buch erscheinen, es handelt vom Klimaschutz. Beim Eröffnungsfest am 18. Juni soll es bei einer Lesung bereits einige Auszüge aus „Klima-Schutz für jeden Tag“ zu hören geben.

Trotz Eröffnungfest ist das neue Himmelbeet noch nicht komplett. „Dort wird die Diversitätsecke sein, dort unser Steinbackofen, die WCs und Lagerflächen“, sagt Maria Stieger und weist auf die verschiedenen Flächen. Auch eine Bühne und das mehrfach ausgezeichnete verpackungsarme Café mit Terrasse sollen wieder entstehen. Auf das Café müssen die Besucher:innen aber zum Beispiel noch etwas länger warten – dafür fehlt zum Beispiel noch der Wasseranschluss. Um ihn und weitere nötige Anschlüsse zu finanzieren, sammelt das Himmelbeet per Crowdfunding weiterhin Geld. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Gartenprojekts (www.himmelbeet.de).

himmelbeet gartenstrasse2Ein Teil der 200 Hochbeete, die am neuen Standort stehen werden. Foto: Hensel

Das Eröffungsfest und weitere Pläne

Das Eröffnungsfest findet am Samstag (18.6.) zwischen 10 und 20 Uhr statt. Geplant sind ein Pflanzenmarkt, ein Pilz-Workshop, eine Pop-Up Fahrrad-Werkstatt, eine Lesung aus dem Klima-Buch in leichter Sprache, Kinderecke, Tombola sowie Kuchen und Getränke. Die offizielle Einweihung findet um 15 Uhr statt. Unmittelbar danach folgt eine Podiumsdiskussion zum neuen Himmelbeet mit verschiedenen Gästen. Ab 17.30 Uhr soll es Live-Musik geben.

Ab der Eröffung soll es tägliche Öffnungszeiten im Garten, Maria Stieger geht von ungefähr 10 bis 20 Uhr aus. In dieser ersten Saison in der Gartenstraße/Ecke Grenzstraße soll es auch bereits einige Workshops geben, zum Beispiel Mosaik- oder Pflanzenfarbenworkshops. Workshops zu gärtnerischen Themen sind ebenfalls geplant und werden auf der Webseite veröffentlicht. Mitmachtage finden immer Mittwoch von 14 bis 20 Uhr sowie anfangs auch samstags (12–18 Uhr) statt. Aktuell gibt es laut Maria Stieger auch noch einige Pachtbeete für diese Saison. Interessent:innen können sich direkt im Garten oder per E-Mail melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Über den Gemeinschaftsgarten

Die Idee zur Gründung des Himmelbeets entstand ursprünglich 2012. Damals sollte der Garten auf einem ungenutzten Parkdeck auf dem Dach des Schillerpark-Centers entstehen. Das scheiterte an baulichen Problemen. Der Bezirk stellt den Aktiven daraufhin 2013 die Fläche in der Ruheplatzstraße 12 zur Zwischennutzung zur Verfügung. Nach neun Jahren auf dieser Fläche hat der Garten im Herbst vergangenen Jahres die Fläche verlassen, um Platz zu machen für das Safe Hub (Beitrag: Ein Grundstück, zwei Projekte: Ruheplatzstraße 12). Erneut stellte der Bezirk eine Ausweichfläche zur Verfügung - auf einer dreieckigen Grünfläche nahe den Liesenbrücken. Über die Arbeit am Himmelbeet-Garten hinaus ist das Team auch an anderen Orten im Stadtteil und darüber hinaus aktiv. Unter anderem betreibt es auf einer ungenutzten Friedhofsfläche im Soldiner Kiez den Gemeinschaftsgarten ElisaBeet, hat Gartenprojekte mit Geflüchteten druchgeführt und initiiert im Auftrag eines städtischen Wohnungsunternehmens Mieter:innengärten.

himmelbeet sommerDas Himmelbeet an seinem alten Standort in der Ruheplatzstraße 12. Foto: Hensel

Text und Fotos: Dominique Hensel