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Montag, 24.08.2015

Illegalen Altkleider-Containern im Bezirk Mitte geht es an den Kragen

Das Geschäft mit der Spende boomt. Einfachste und lukrativste Variante: Altkleider-Container. Vor allem der Bezirk Mitte ist überschwemmt mit illegal aufgestellten Boxen, mehrere hundert sollen es mittlerweile sein.

Deutschlandweit werden jährlich rund 300 Millionen Kleidungsstücke gespendet. Tausende Tonnen sammelt allein das Deutsche Rote Kreuz jährlich in Berlin. Einige dubiose Händler allerdings wollen die abgetragenen Textilien nicht an Bedürftige weiterreichen, sondern sie wittern das große Geschäft.

Um ein Stück vom Kuchen abzubekommen, stellen sie Container auf, die den Boxen von gemeinnützigen Organisationen ähneln. Ohne Anmeldung, auf öffentlichen Flächen. Die eingeworfene Kleidung erhalten die Unternehmen zum Nulltarif. Es gibt keine Herstellungskosten. Die Kleider würden nach der Leerung sortiert werden. Die besten Stücke gehen in den ehemaligen Ostblock und in arabische Staaten. Dort werden sie in Secondhand-Läden verkauft.

Der Rest, circa 60 Prozent der tragbaren Kleidung kommt nach Afrika. Allein im Hafen von Daressalam in Tansania sollen monatlich 40000 Tonnen Altkleider auf legalen und illegalen Handelsrouten ankommen. Dahinter steckt eine global arbeitende Branche mit Millionenumsätzen. Verschenkt werden die gespendeten Sachen dort nicht. Sondern verkauft.

In Mitte soll das Bezirksamt nun auf SPD-Initiative ein Standort-Konzept für bis zu 120 Container entwickeln. Derzeit sind die Bürger aufgefordert, Standorte von Altkleider-Containern zu melden. „Wir gehen diese Orte ab, um sie zu verifizieren, und werden sie dann gesammelt an das Bezirksamt zur weiteren Veranlassung übergeben“, so Thorsten Lüthke, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender in der BVV Mitte.

Text: Marcus Böttcher