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Freitag, 13.09.2013

Rat und Hilfe für Familien im Kiez

Zu Gast bei der Erziehungs- und Familienberatung in der Schulstraße

Vorderseite …
… und Rückseite des aktuellen EFB-Flyers
Das EFB-Gebäude in der Schulstraße 101

Zwei Menschen verlieben sich ineinander, das Paar zieht zusammen, trennt sich aber nach einer etwas längeren oder kürzeren Zeit wieder. Was ist schon dabei? Ganz anders sieht es aus, wenn Kinder im Spiel sind. Viele Eltern wünschen sich in dieser Zeit Unterstützung und Beratung – und zwar oft auch ganz praktische Tipps. Dies ist nur ein mögliches Szenario, bei dem die Weddinger Zweigstellen der Berliner Erziehungs- und Familienberatungsstelle in der Grüntaler Straße 21 und in der Schulstraße 101 ihre Dienste anbietet.

Die Erziehungs- und Familienberatung in der Grüntaler Straße, ebenfalls hier im Kiez -  ist die älteste staatliche Institution dieser Art in Berlin, sie existiert seit 1956. Und die Organisation beschäftigte auch als erste in Berlin eine türkischstämmige Diplompsychologin. Ihr ist also durchaus eine Vorreiterrolle zuzusprechen. Zwischen zwei Beratungsterminen treffen wir uns mit der Leiterin der Erziehungs- und Familienberatung, Susanne Rötschke, zum Interview.

Die erste Frage an sie ist, mit welchen Problemen sich die Klienten an die Einrichtung wenden. Die „normale“ Arbeit beinhalte die Lösung von Erziehungs- und Entwicklungsfragen, wobei die Antworten darauf gemeinsam mit den Eltern erarbeitet werden. Der Prozess beginnt mit der Diagnose der Situation, darauf abgestimmt erfolgt dann die Beratung und/oder Therapie der Betroffenen, also der Eltern, Kinder oder Jugendlichen - entweder gemeinsam, als ganze Familie oder auch nur der Eltern als Paar. Mögliche Hilfeszenarien sind hier Probleme in der Schule, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, Eltern mit Erziehungsproblemen und auch der Tod eines Familienmitgliedes. Aber seit ungefähr 2008 treten verstärkt Scheidungs- bzw. trennungsbedingte Fälle (ungefähr 40%) auf. Ursache dafür sind veränderte Gesetze und Handlungsvorschriften der Familiengerichte, die auf eine schnellere Lösung bzw Behandlung von Scheidungsfällen abzielen. Die Rahmenbedingungen wurden geändert und die Rechte der Väter gestärkt. Einen positiven Aspekt an dieser Entwicklung hebt Susanne Rötschke ausdrücklich hervor: Hatten früher zwei Jahre nach der Trennung nur rund 60% der Scheidungs- oder Trennungskinder Kontakt zu beiden Elternteilen, so ist inzwischen der Anteil auf 85% gestiegen. Dies betrifft natürlich in erster Linie die Väter.

Alle Leistungen der EFB sind kostenfrei. Dies sei in einem Bezirk mit großen sozialen Problemen eine wichtige Voraussetzung, um effektiv arbeiten zu können. Außerdem geschieht die Hilfe auf Wunsch anonym, unabhängig von Nationalität und Religion und sie unterliegt der Schweigepflicht.

Familien können auf einen Mix aus psychologischen, pädagogischen und auch therapeutischen Leistungen zurückgreifen. Die Betreuung fängt beim Informationsgespräch an und geht, je nach Fall, bis hin zur Psychotherapie. Dementsprechend sind die Mitarbeiter ausgebildet: Alle haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium, und eine abgeschlossene psychotherapeutische Zusatzausbildung, fast alle sind approbiert.

Unser Gespräch wird unterbrochen. Eine Beraterin holt sich bei Frau Rötschke Tipps für ein anschließendes Gespräch. Routiniert gehen ihr die betreffenden Paragraphen über die Lippen, sie ist konzentriert und man merkt, dass die Mitarbeiter der Einrichtung hinter den „Fällen“ die Menschen nicht vergessen. Und wie kommen diese Menschen hierher? Mehr als die Hälfte der Rat und Hilfe Suchenden kommen aus eigenem Antrieb. Der Rest kommt auf Empfehlung von Schulen, Kitas und vor allem vom regionalen sozialpädagogischen Dienst des Jugendamtes. Schon jetzt sei eigentlich mehr zu tun, als Zeit und Besetzung zulassen. Deshalb sieht Frau Rötschke in Zukunft auch freie Träger mehr in die Pflicht genommen.

Das Team der EFB besteht aus 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den drei Standorten Schulstraße, Grüntaler Straße und Turmstraße. Zum Team gehören Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter / Sozialpädagogen, Psychotherapeuten für Kinder und Jugendlichen sowie Verwaltungskräfte. Frau Rötschke selbst war früher in Mitte beschäftigt, kam aber im Zuge der Bezirksreform in den Wedding. Hier fühlt sie sich wohl, zumal sie durch ihre Ausbildung spezialisiert ist auf die Arbeit mit multikulturellen und gemischtnationale Familien.

 

Kontakt:

Erziehungs- und Familienberatung EFB
Schulstraße 101
Tel.: 030 - 9018 454 00

Sprechstunden ohne Voranmeldung

Di 9.00 bis 11.00 Uhr
Do 16.00 bis 18.00 Uhr

Voraussetzung für eine Beratung hier ist, dass Sie in Berlin Mitte wohnen und Kinder bis 27 Jahre haben oder hier beruflich mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten.

www.efb-berlin.de

Sebastian Meiling/Johannes Hayner