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Wedding Walls - Große Kunst für den Kiez

Die schwarze Hand am Stattbad Wedding
Signatur von Caleb Neelon
Lynarstraße vorher
Lynarstraße – verschönert von Viktor Ash
Ein älteres Werk von Viktor Ash: Astronaut in Kreuzberg

Wedding Walls – das ist Streetart mit riesigen Bildern an Hauswänden im Weddinger Kiez.

Gigantische Bilder - bis zu 18m hoch! Sie werden nicht zu übersehen sein. Nicht nur wegen ihrer Größe, sondern auch weil sie Teil einer öffentlichen Galerie sind. Spannend und ungewöhnlich dabei ist, dass Passanten und Besucher bei der Entstehung dabei sind und live bei der Arbeit zusehen.

Streetart bzw. Straßenkunst ist eine Form der Kunst im öffentlichen Raum, die sich oft mit dem Graffiti überschneidet. Diese Art von Kunst wird meistens von Jugendlichen begeistert aufgenommen, aber immer wieder in der Gesellschaft kontrovers diskutiert. Sie entsteht oft anonym und ohne Genehmigung. Die Graffitis haben in Berlin eine lange Tradition. Die bekanntesten waren die auf der Berliner Mauer.

Die Weddinger Kunstaktion, die in diesem Sommer die Kiez-Mauern verschönert und die Anwohner bewegen und inspirieren soll, ist das Gegenteil von anonym. Unterstützt wird sie unter anderem vom QM Pankstraße. Die Organisation übernehmen RIOTarts – Agentur für Urbane Kunst und der Förderverein kreatives Berlin e.V.

Beim Streetart-Projekt Wedding Walls werden internationale und nationale Künstler alte Wände neu gestalten. Die Organisatoren und Macher haben den Kiez aus mehreren Gründen ausgesucht. In Wedding, wo momentan so viele Künstler leben und arbeiten und wo alles in „Aufbruchstimmung“ ist, soll eine Plattform für kreatives Arbeiten entstehen. Es geht nicht nur darum, den Kiez zu verschönern und die Akzeptanz für die immer noch neue Kunstform zu erhöhen, sondern auch um die Einbeziehung der Bewohnerschaft bei dieser Neugestaltung ihres Lebensumfeldes. Die Künstler wollen sich mit dem Viertel und den Einwohnern auseinandersetzen, um dann erst eine passende Motivwahl zu finden.

Was aber denken die Anwohner über die bunten Wände nebenan?

Selma erinnert sich noch an die ganze Aktion in der Gerichstraße und meint: "Die Kinder waren richtig aufgeregt wegen dem gelben Kran und dem Künstler der die Wände beschmieren durfte!" Drei Jungs auf dem Basketballfeld finden dass jetzt alles „cooler“ aussieht. Ein älteres Ehepaar ist der Meinung, es wäre schöner wenn es mehr saubere Wände gäbe.

Das QM Pankstraße hat bisher schon mehrere Malaktionen gefördert. Quartiersmanagerin Sükran Altunkaynak findet: „Dass hier ist was ganz Neues, weil es sich um Schwarzweiß-Bilder handelt. Die Leute hier sind viel mehr an die bunten Bilder gewöhnt!"

Für die schwarzweißen Wandbilder hat die RIOTarts  renommierte Künstler aus der ganzen Welt ausgesucht. Und Wände, die prominent zu sehen sind und viel Publikumsverkehr haben.

Caleb Neelon aus den USA begann Ende April mit der ersten Wand. Die riesige schwarze Hand ist gegenüber dem Spielplatz in der Gerichtstraße am Stattbad entstanden und bekam jede Menge Aufmerksamkeit. Der amerikanischer Botschafter in Berlin, Philip M. Murphy, war dabei und hielt eine Eröffnungsrede. Aber die größte Begeisterung kam von den Kindern, die tagtäglich die Arbeiten des Künstlers und die Entstehung des Werkes beobachten konnten.

Anschließend durften die Kinder auch selber eine nahe liegende Mauer gestalten. In dem Werk mit dem Titel „Here it is possible to do many actions“ setzte sich Caleb mit dem sprachlichen Austausch zwischen der europäischen und der amerikanischen Streetart-Szene auseinander.

Zwischen dem 7. und 12. Juni war der nächste Besuch aus dem Ausland da: Victor Ash, Portugiese und einer der Pioniere unter den Graffiti-Künstlern Europas. Er hatte schon in Kreuzberg einen Astronauten gemalt und ist kein Unbekannter im Wedding. Das Stattbad zeigte bereits 2010 seine Werke. Jetzt ist er wieder da mit seinen großen Menschen, die uns und mit uns beobachten sollen. Die Wand ist zu bewundern in der Lynarstraße.

In den kommenden Monaten werden noch einige bekannte Künstler wie M-CITY (Polen), MTO (Frankreich), SWag (USA) und Nomad (Deutschland) weitere Wände im Kiez bemalen. Nach Abschluss der Arbeiten gibt es Mappen, die die Werke der Künstler enthalten und mit deren Hilfe man über organisierte Kunsttouren die Wände und mit ihnen die optische Wende im Kiez entdecken kann.

Weitere Informationen und die neusten Termine auf

www.weddingwalls.org, info@stattbad.net oder Tel:86 38 31 55

Jasna Kohnert-Stavenhagen, Johannes Hayner