Ein Ort für Verkehr, Begegnung und Nachbarschaft – Planungsstand für die Jugendverkehrsschule Gottschedstraße vorgestellt

Wie soll der Neubau der Jugendverkehrsschule in der Gottschedstraße aussehen – und was braucht das Quartier? Am 15. April wurden im Rahmen einer Informationsveranstaltung die aktuelle Planung vorgestellt und Perspektiven für die Weiterentwicklung des Standorts diskutiert. Eingeladen hatten das Schul- und Sportamt des Bezirks Mitte sowie das Quartiersmanagement Reinickendorfer Straße / Pankstraße.

Ausgangspunkt für das Projekt war ein deutlich formulierter Bedarf aus der Bewohnerschaft, insbesondere von Eltern, nach einer Weiterentwicklung des Gebäudes und des Areals. Das Quartiersmanagement brachte diesen Bedarf als Baufondsprojekt in den Quartiersrat ein. Der Quartiersrat bewertete das Vorhaben ebenfalls als sehr wichtig und priorisierte es entsprechend hoch. Seit 2023 sammelte das Quartiersmanagement zudem Bedarfe und Wünsche aus dem Quartier und brachte diese in den Planungsprozess des Bezirksamts ein.

Doch wie kann ein Ort entstehen, der Lernen, Bewegung und Nachbarschaft miteinander verbindet? „Gewünscht wird ein moderner und zukunftsfähiger Verkehrsübungsplatz, der durch zusätzliche Lern- und Trainingsangebote für Kinder und Jugendliche ergänzt wird. Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an offenen Freizeit- und Bewegungsangeboten sowie an Möglichkeiten für gemeinschaftliche Aktivitäten“ wertet Sükran Altunkaynak, Leitung des Quartiersmanagements Pankstraße aus. Auch für das zukünftige Gebäude formulierten die Anwohnenden klare Vorstellungen. Neben barrierefreien Bildungs- und Workshopräumen wurden Treffpunkte für Jugendliche, kreative und soziale Angebote sowie Projekte rund um Mobilität und Sicherheit genannt. Besonders häufig wurde der Wunsch nach einem offenen, generationenübergreifenden Nachbarschaftscafé geäußert – als Ort der Begegnung für den gesamten Kiez.

Diese Anregungen sind in das aktuelle Raumprogramm für den geplanten zweigeschossigen Neubau eingeflossen. Vorgestellt wurde die abgeschlossene Bedarfsplanung von Schul- und Sportstadtrat Herrn Fritz und Amtsleiter Kevin Krüger. Vorgesehen sind unter anderem ein Mehrzweckraum, Unterrichts- und Werkstatträume, ein Foyer als offener Eingangsbereich sowie ergänzende Aufenthalts- und Arbeitsräume. Die Planung berücksichtigt dabei bereits mögliche zukünftige Entwicklungen: Eine bauliche Erweiterung durch zusätzliche Geschosse ist ebenso denkbar wie ergänzende Nutzungen, etwa ein Kiezcafé. Auch Ideen wie ein begehbares Dach oder Fassadenbegrünung werden in der weiteren Planung geprüft.

Das Projekt wird durch Mittel aus dem Bezirk Mitte sowie über den Baufonds des Quartiersmanagements Pankstraße im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ und das Förderprogramm „Europa im Quartier“ finanziert. Nach der Förderzusage Ende 2024 wurde Ende 2025 die Bedarfsermittlung abgeschlossen und an das zuständige Fachamt zur weiteren Planung übergeben. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2028.

Das Quartiersmanagement Pankstraße hat die Jugendverkehrsschule in seinem Abschlussplan als einen der wichtigsten Ankerorte mit großem Entwicklungspotenzial benannt. Mit dem Neubau soll die Jugendverkehrsschule weit mehr werden als ein Ort zum Üben von Verkehrsregeln. Ziel ist es, einen offenen und vielseitig nutzbaren Raum zu schaffen, der fest im Quartier verankert ist. Perspektivisch wird das Areal auch im zukünftigen Quartiersmanagementgebiet Nauener Platz eine wichtige Rolle spielen.

Text: Julia Six