Ehrenamt im Pankequartier – Die Aktionsfondsjury

Kleine Förderung, große Wirkung

Wer entscheidet eigentlich darüber, welche kleinen Projekte und Aktionen im Quartier gefördert werden? Diese Aufgabe übernimmt die Aktionsfondsjury. Sie besteht aktuell aus neun Menschen wie Sevcan, Runa und Anna, die mehrmals im Jahr über Förderanträge beraten. Wir haben mit ihnen über ihre ehrenamtliche Tätigkeit gesprochen. Auf den Fotos zu diesem Beitrag sind Anna und Runa zu sehen. Sevcan möchte ihr Engagement lieber ohne Bild begleiten. 

Runa engagiert sich seit 2024 in der Jury. Auf der Suche nach einem überschaubaren Ehrenamt wollte sie etwas finden, das sich gut mit ihrem Alltag verbinden lässt und gleichzeitig einen konkreten Mehrwert für die Nachbarschaft schafft. „Gerade in der aktuellen politischen Lage und in Zeiten von Kürzungen im sozialen Bereich möchte ich diejenigen stärken, die weniger Sichtbarkeit und Lobby haben”. Besonders wichtig ist ihr dabei, Menschen und Projekte zu unterstützen, die oft nur schwer Zugang zu größeren Förderprogrammen finden. 

Auch Anna schätzt als langjähriges Mitglied an der Aktionsfonds-Jury die Möglichkeit, das Quartier aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. “Durch die Anträge habe ich unzählige Vereine, Einrichtungen und engagierte Einzelpersonen entdeckt, die mir sonst vielleicht nie aufgefallen wären. Man merkt erst durch die Jury, wie viele Menschen sich hier mit Herzblut für die Nachbarschaft einsetzen”. Sie unterstützt am liebsten Projekte mit Sichtbarkeit im öffentlichen Raum, ob bepflanzte Baumscheiben, Nachbarschaftsfeste oder kreative Mitmachangebote.

Sevcan ist seit diesem Jahr Mitglied der Aktionsfonds-Jury. Auf die Möglichkeit, sich zu engagieren, wurde sie über Kontakte aus ihrem Sportverein aufmerksam. Als Erzieherin liegen ihr besonders Kinder und Jugendliche am Herzen. Gleichzeitig möchte sie ihre Stimme für Gruppen einsetzen, die häufig unterrepräsentiert sind. Besonders beeindruckt sie das Engagement von Privatpersonen, die ihre Freizeit investieren, um Angebote für die Nachbarschaft auf die Beine zu stellen. „Wenn jemand aus eigener Initiative etwas für den Kiez organisiert, dann verdient das Unterstützung und Sichtbarkeit.“

Besonders freuen sich die drei Jurymitglieder über das ehrenamtliche Engagement hinter den Anträgen und über Projekte, die Menschen zusammenbringen. Von mehrsprachigen Begegnungsangeboten über kleine Projekte für Barrierefreiheit im Kiez bis zu inklusiven Projekten für Kinder und ältere Menschen – oft sind es gerade die kleinen Ideen, die das Leben im Quartier bereichern. Wer selbst eine Idee hat, kann einen Antrag beim Aktionsfonds stellen. Bis zu 1.500 Euro können aus dem Aktionsfonds für Ideen vergeben werden, die das Zusammenleben im Quartier stärken.

Text/Foto: Julia/Six