Ehrenamt im Pankequartier – Mit Siebdruck den Wedding gestalten

Santiago Calderón García und Alice Kordt während der Aktion auf dem Martha-Ndumbe-Platz

Wovon träumst du Wedding? Dieser Frage widmeten sich Alice Kordt und Santiago Calderón García bei ihrer offenen Siebdruckwerkstatt auf dem Martha-Ndumbe-Platz. Am Samstag und Sonntag luden sie Nachbar*innen dazu ein, eigene Plakate und T-Shirts zu gestalten – kostenlos und im öffentlichen Raum. Die Kosten für die Aktion wurden über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements Pankstraße gefördert.

Mit einem Lastenrad, Klapptischen und der mobilen Siebdruckwerkstatt der Schillerwerkstatt e.V. verwandelten die beiden gemeinsam mit den Teilnehmenden den Martha-Ndumbe-Platz in ein offenes Kreativatelier. Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten Schablonen entwerfen, Motive gestalten und ihre Ideen direkt auf Papier oder Stoff drucken. An beiden Tagen entstanden so rund 40 verschiedene Motive.

Die Idee für das Projekt entstand aus ähnlichen Straßenaktionen, an denen Alice und Santiago beteiligt waren. „Wir wollten wieder etwas Partizipatives im öffentlichen Raum anbieten“, erzählt Alice. “Der Martha-Ndumbe-Platz sei dafür genau der richtige Ort: Hier treffen Menschen aus der Nachbarschaft auf Besucher*innen, die gezielt zur Aktion kommen. So entstehen Begegnungen, die weit über das gemeinsame Drucken hinausgehen”. Die beiden wollten insbesondere Kindern während der Sommerferien ein für alle zugängliches und kreatives Angebot im Kiez machen.

Unter dem Motto „Wovon träumst du, Wedding?“ konnten die Teilnehmenden ihre Gedanken zum Kiez sichtbar machen. Ob Lieblingsorte, Zukunftswünsche oder persönliche Botschaften – jedes Motiv erzählt eine eigene Geschichte. „Der öffentliche Raum im Wedding gehört allen. Mit der Aktion wollten wir zeigen, dass man ihn gemeinsam nutzen und gestalten kann“, so Santiago.

Alice studiert Lehramt, Santiago arbeitet im Bereich der kulturellen Bildung. Beide wohnen im Quartier und engagierten sich ehrenamtlich für die Aktion. Auf die Förderung durch den Aktionsfonds wurde Alice im Frühjahr über Instagram aufmerksam – beide bewarben sich kurzerhand mit ihrer Idee.

Unterstützung bekamen die beiden am Samstag auch aus der Nachbarschaft: Engagierte Anwohner*innen aus der Antonstraße kamen mit dem Gemüsetransformator 2.0 (einer mobilen Nachbarschaftsküche) vorbei und kochten Chili für alle Beteiligten. Beide Aktionen ergänzten sich gut – ganz im Sinne der Idee, den Martha-Ndumbe-Platz gemeinsam zu gestalten und einen Begegnungsmoment für die Nachbarschaft zu schaffen. 

Text/Fotos: Julia Six