Neue Angebote für Familien: Eine Kita öffnet sich für den Kiez

Eine Krabbelgruppe ohne Anmeldung, Vorlesenachmittage in verschiedenen Sprachen oder ein gemeinsam gestalteter Kita-Hof – die Kita Am Nettelbeckplatz* möchte in Zukunft noch stärker ein Ort der Begegnung für Familien aus dem Quartier werden und sich dem Kiez öffnen. Unterstützt wird das Vorhaben “Familienraum Kiez” durch den Aktionsfonds des Quartiersmanagements Pankstraße.

Bei unserem Besuch berichtet Kita-Sozialarbeiterin Johanna Müller von den Ideen, die derzeit Schritt für Schritt umgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedarfe Familien im Kiez haben und wie die Kita diese auch über den regulären Kitabetrieb hinaus unterstützen kann. „Kita-Sozialarbeit bedeutet für mich vor allem, Verbindungen zu schaffen – zwischen den Familien, aber auch zwischen der Kita und dem Quartier. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Eltern unkompliziert zusammenkommen, sich austauschen und Unterstützung finden können“, erklärt sie. “Die Angebote sollen bewusst zugänglich sein und allen Familien aus dem Quartier offenstehen – unabhängig davon, ob ihre Kinder bereits die Kita besuchen.”

Den Auftakt bildet eine offene, kostenlose Krabbelgruppe, die einmal pro Woche stattfindet. Eltern mit Kindern können ohne Anmeldung vorbeikommen, andere Familien kennenlernen und erste Kontakte knüpfen. Für die Gruppe wird ein Raum wöchentlich umgestaltet, sodass eine einladende Umgebung für Begegnung, Spiel und Gespräche geboten wird. Perspektivisch sollen weitere Angebote folgen: Vorlesenachmittage, bei denen Eltern Geschichten in ihren Muttersprachen vorlesen, kreative Mitmachaktionen sowie eine gemeinsame Begrünung des Kita-Hofs. Langfristig möchte die Kita ihren Außenbereich an Nachmittagen auch für Familien aus der Nachbarschaft öffnen. Bereits heute gehören Elterncafés, kreative Angebote, Sommerfeste und Tage der offenen Tür zum Alltag der Kita.

Gleichzeitig versteht sich die Kita als Anlaufstelle, die bei Bedarf den Kontakt zu weiteren Beratungs- und Unterstützungsangeboten vermittelt. Durch die offenen Begegnungsangebote möchte das Team Familien frühzeitig erreichen, Sprachbildung fördern und mögliche Berührungsängste gegenüber Einrichtungen abbauen.

Organisiert und begleitet werden die Angebote gemeinsam von der Kitaleitung, der Kita-Sozialarbeit und dem pädagogischen Team. Eltern und interessierte Bewohner*innen sind eingeladen, eigene Ideen einzubringen und die Angebote ehrenamtlich mitzugestalten – sei es beim Vorlesen, bei kreativen Aktionen oder bei Festen. „Wir wünschen uns, dass die Kita nicht nur ein Ort für Kinder ist, sondern ein Ort, an dem sich Familien begegnen und den sie gemeinsam mit Leben füllen“, sagt Johanna Müller.

Familien, die die Einrichtung kennenlernen möchten, sind jederzeit willkommen, vorbeizuschauen und mit dem Team der Kita ins Gespräch zu kommen.

*Hinweis: Die Kita trägt weiterhin den Namen „Kita Am Nettelbeckplatz“. Der Platz wurde inzwischen in Martha-Ndumbe-Platz umbenannt.

Text/Foto: Julia Six