Panke.Klima: Das Klima mit der Zahnbürste retten

Kleine Schritte – große Wirkung? Lässt sich mit der Bambus-Zahnbürste im heimischen Badezimmer das Weltklima retten? Nachhaltig im Haushalt, wie geht das? Das Projekt „Panke.Klima‟ lädt am 24. Februar zum ersten Themenabend ein.

Mariia Servetnyk und Jenny Weber haben Marco Pawlowski als Experten für den digitalen Themenabend gewonnen. Er hat im Blog des Hamburger Drogeriehändler Hydrophil über nachhaltige Produkte geschrieben. Am 24. Februar um 18 Uhr erzählt er per Zoom zugeschalteten Gästen von Plastik und Verpackungen im Badezimmer. Wer zuhören möchte, kann sich per E-Mail anmelden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Togo VerpackungIdeen zum Vermeiden von To Go-Verpackungen. Foto: Trial & Error

Mit wenigen Handgriffen Müll reduzieren

Die Veranstaltung kommt nicht zufällig. Mariia Servetnyk und Jenny Weber organisieren im Namen des Kulturlabors Trial & Error das Projekt „Panke.Klima – Sensibilisierung für eine nachhaltige Nachbarschaft‟. Das Kulturlabor besteht aus einem zehnköpfigen Kernteam, das in Neukölln unter anderem einen Tauschladen betreibt. Die Mitstreiter:innen setzen sich für eine kreative und nachhaltige Zukunft ein. Workshops und Weiterbildungen organisiert Trial & Error seit zehn Jahren. Das Thema nachhaltiges Leben wollen Mariia Servetnyk und Jenny Weber nun auch im Wedding ins Gespräch bringen. „Dabei wollen wir nicht unsere Ideen von außen in den Kiez hineintragen‟, sagen die beiden in einem Interview mit dem Kiezreporter.

Schritt eins: den Kiez kennenlernen

Zuerst haben die beiden jungen Frauen nachgefragt: Was gibt es schon im Wedding? Wo kann das vom Quartiersmanagement gefördertes Projekt anknüpfen? Aufgefallen ist den Projektleiterinnen, dass die Menschen im Wedding ähnlich wie in Neukölln finanzielle Fragen umtreiben. Die Mieten steigen, der Kiez ist von Ungleichheit und Armut geprägt. Mit strukturierten Interviews haben die beiden sich unter den Aktiven in der Nachbarschaft umgehört. „Viele stören sich am Sperrmüll und am Verpackungsmüll‟, fassen Mariia Servetnyk und Jenny Weber das Gehörte bündig zusammen.

Digital ins Gespräch kommen

Die digitalen Möglichkeiten kommen dem Projekt zur Hilfe, denn um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, wurden Instagram und Co. ja überhaupt erfunden. Das Gute an den Social Media-Kanälen ist, dass die digitale Unterhaltung auch unter Corona-Bedingungen weitergehen kann. Unter instagram.com/panke.klima.projekt spricht das Projekt mit dem Wedding. Geredet wird darüber, wie sich mit Klimaschutz Geld sparen lässt. Das Projekt nennt dabei Sperrmüll und Upcycling von Badewannen in einem Atemzug. Und wie in allen Lebenslagen so hilft auch beim Klima: „Man muss auch mal Nein sagen können‟. Leicht zu merken ist der Spruch „Bring‛ ne Box‟ statt nimm's To Go. Auf Instagram kann man dem Projekt über die Schulter schauen bei Vorortbesuchen bei Kräuter-Mian in der Hochstraße, bei der Leiterin des Familienzentrums am Nauener Platz Sarah Smuga oder beim Bio-Bäcker-Bucco in der Ravenestraße. Das verbindende Element: Es gibt mehr Möglichkeiten auf Plastik zu verzichten, als man im ersten Moment vermutet.

Themenabende und Workshops

Wegen Corona ist der erste Themenabend nun zweigeteilt. „Es soll immer eine Mitmachaktion dabei sein‟, beschreiben die beiden jungen Frauen, wie sie sich die Themenabende vorstellen. Aber aufgrund der Kontaktbeschränkungen gibt es am 24. Februar nun zunächst einen digitalen Vortrag. Das Ausprobieren und Selbermachen folgt ein paar Wochen später. Im späten Frühjahr, so die Hoffnung, geht es mit den Themenabenden dann richtig los.

Kleinstprojekte

Ebenfalls zum Projekt gehört die Idee, dass Panke.Klima Kleinstprojekten bei Sachkosten unter die Arme greift. Zentral ist laut den Organisatorinnen wieder der Gedanke, „Dinge nicht von außen zu entwickeln, sondern aus dem Kiez heraus wachsen zu lassen‟. Vor den Kleinstprojekten wollen sie zu einer Ideenwerkstatt einladen.

Panke.Klima

Was ist das Projekt  Panke.Klima in einem Satz? „Es geht darum, den Klimawandel herunterzubrechen auf einen Kiez‟, antworten Mariia Servetnyk und Jenny Weber. Als Beispiel nutzen sie die Frage, welchen Einfluss die eigene Entscheidung als Konsument:in auf das Klima hat. Mariia Servetnyk und Jenny Weber haben bereits Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in anderen Kiezen in Berlin gesammelt. Seit 2014 bringen sie sich bei Trial & Error im Neuköllner Richardkiez ein. Ihr Anspruch: „Wir wollen Menschen inspirieren‟.

pankeklima plakat beidseitig

Text: Andrei Schnell, Fotos: Trial & Error